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<title>Decima Flottiglia MAS</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Decima Flottiglia MAS</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Decima Flottiglia MAS</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">deutsch</a></span> <span lang="de-Latn"><i>Zehnte MAS-<a href="Flottille" title="Flottille">Flottille</a></i></span>; zunächst offiziell <i>10ª Flottiglia MAS</i>, später <i>Xª Flottiglia MAS</i>, kurz <i>10ª MAS</i> oder <i>Xª MAS</i>) war eine <a href="Spezialeinheit" title="Spezialeinheit">Spezialeinheit</a> der <a href="Marina_Militare#Geschichte" title="Marina Militare">italienischen Marine</a> im <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a>.
</p><p>Die Abkürzung MAS stand in der Marine in der Regel für <i><a href="Motoscafo_Armato_Silurante" title="Motoscafo Armato Silurante">Motoscafo Armato Silurante</a></i>, einen mit <a href="Torpedo" title="Torpedo">Torpedos</a> ausgerüsteten <a href="Motorboot" title="Motorboot">Motorboottyp</a>, der bei verschiedenen MAS-Flottillen eingesetzt wurde. Bei <i>10ª Flottiglia MAS</i> handelte es sich jedoch um einen <a href="Deckname" title="Deckname">Decknamen</a>, da die Einheit in erster Linie mit <a href="Sprengboot" title="Sprengboot">Sprengbooten</a> und <a href="Bemannter_Torpedo" title="Bemannter Torpedo">bemannten Torpedos</a> ausgerüstet war. In diesem Fall stand MAS auch für <i>mezzi d’assalto</i> oder <a href="Kleinkampfmittel" title="Kleinkampfmittel">Kleinkampfmittel</a>.
</p><p>In den ersten Kriegsmonaten verzeichnete die <i>Decima MAS</i> im <a href="Mittelmeer" title="Mittelmeer">Mittelmeer</a> bei verschiedenen erfolglosen Einsätzen Verluste. Im weiteren Verlauf gelang es ihr bis September 1943, fünf Kriegsschiffe und 20 andere Schiffe außer Gefecht zu setzen. Bedeutend war insbesondere der <a href="Angriff_auf_Alexandria_(1941)" title="Angriff auf Alexandria (1941)">Angriff auf Alexandria</a> in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember 1941, dem unter anderem zwei britische <a href="Schlachtschiff" title="Schlachtschiff">Schlachtschiffe</a> zum Opfer fielen. Weitere Erfolge erzielte eine kleinere, aus der <i>Decima MAS</i> entstandene Spezialeinheit im <a href="Schwarzes_Meer" title="Schwarzes Meer">Schwarzen Meer</a>.
</p><p>Nach dem <a href="Waffenstillstand_von_Cassibile" title="Waffenstillstand von Cassibile">Waffenstillstand von Cassibile</a> und der folgenden Besetzung Italiens durch deutsche Truppen kam es im September 1943 zu einer traumatischen Spaltung der Flottille. In der unter deutschem Schutz stehenden <a href="Italienische_Sozialrepublik" title="Italienische Sozialrepublik">Italienischen Sozialrepublik</a> kämpfte ein als <i>Xª Flottiglia MAS</i> bezeichneter <a href="Gro%C3%9Fverband" title="Großverband">Großverband</a> unter <a href="Junio_Valerio_Borghese" title="Junio Valerio Borghese">Junio Valerio Borghese</a> bis Kriegsende an der Seite der <a href="Wehrmacht" title="Wehrmacht">Wehrmacht</a> weiter. Etliche Soldaten der ursprünglichen <i>Decima MAS</i>, auch Kriegsgefangene, entschieden sich hingegen, auf Seiten der <a href="Alliierte" title="Alliierte">Alliierten</a> am <a href="Italienfeldzug_(Zweiter_Weltkrieg)" title="Italienfeldzug (Zweiter Weltkrieg)">Italienfeldzug</a> teilzunehmen. Sie bildeten eine Spezialeinheit mit der Kurzbezeichnung <i>Mari-assalto</i>.
</p><p>In der Nachfolge der bis September 1943 aktiven <i>Decima MAS</i> stehen die nach dem Zweiten Weltkrieg gebildeten <a href="Comando_Subacquei_ed_Incursori" class="mw-redirect" title="Comando Subacquei ed Incursori">Spezialkräfte</a> der <i><a href="Marina_Militare" title="Marina Militare">Marina Militare</a></i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursprünge"><span id="Urspr.C3.BCnge"></span>Ursprünge</h2></div>
<p>Die <i>Decima MAS</i> bestand aus einer mit leichten Motorbooten ausgerüsteten Überwasserkomponente und aus einer Unterwasserkomponente mit bemannten Torpedos.
</p><p>Die Ursprünge der Motorbootkomponente lagen im Jahr 1906, als die Marine erstmals Planungen für ein 15 Meter langes Torpedoboot anstellte. Diese Planungen blieben auf dem Papier, bis man sich 1914 an das venezianische Unternehmen SVAN wandte, das bis Sommer 1915 die beiden ersten Boote MAS 1 und MAS 2 baute. Weitere Boote dieses Typs wurden im Auftrag der Marine auch von anderen italienischen Unternehmen gebaut. <a href="Gabriele_D%E2%80%99Annunzio" title="Gabriele D’Annunzio">Gabriele D’Annunzio</a> erfand aus der Abkürzung MAS das Motto <i>Memento Audere Semper</i> („erinnere dich daran, immer zu wagen)“, das später zum Motto der <i>Decima MAS</i> wurde. Im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> versenkten MAS-Boote unter dem Kommando von <a href="Luigi_Rizzo" title="Luigi Rizzo">Luigi Rizzo</a> das alte Linienschiff <i><a href="Monarch-Klasse" title="Monarch-Klasse">Wien</a></i> und das Schlachtschiff <i><a href="Szent_Istv%C3%A1n_(Schiff)" title="Szent István (Schiff)">Szent István</a></i>, hinzu kamen die Handelsschiffe Lokrum, Sarajevo und Bregenz. Neben den MAS entstanden während des Ersten Weltkriegs auch die ersten italienischen <a href="Kletterboot_(Sprengboot)" title="Kletterboot (Sprengboot)">Sprengboote</a>. Sie konnten keine Erfolge erzielen. Nach dem Ende des Krieges vernachlässigte die Marine die Spreng- und MAS-Boote, lediglich die Motoren wurden etwas verbessert. Zwischen 1936 und 1941 gab sie nochmals etwas größere MAS-Boote in Auftrag. Für die <i>Decima MAS</i> war besonders die Wiederaufnahme des Sprengbootkonzepts, insbesondere der Bau der <a href="Sprengboot_M.T.M." title="Sprengboot M.T.M.">MTM-Boote</a> von Bedeutung.
</p><p>Die Entwicklung der bemannten Torpedos begann mit der <a href="Mignatta" title="Mignatta">Mignatta</a>, die die Marineoffiziere <a href="Raffaele_Rossetti" title="Raffaele Rossetti">Raffaele Rossetti</a> und Raffaele Paolucci 1918 vorstellten. Beim ersten und letzten Einsatz versenkten sie mit ihrem Gefährt in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 1918 in <a href="Pula" title="Pula">Pola</a> das Schlachtschiff <i><a href="Viribus_Unitis_(Schiff)" title="Viribus Unitis (Schiff)">Viribus Unitis</a></i> und das Passagierschiff <i><a href="Po_(Schiff)" title="Po (Schiff)">Wien</a></i>. Nach dem Krieg vernachlässigte man auch dieses Kleinkampfmittel, bis die Marineoffiziere Teseo Tesei und Elios Toschi auf der Grundlage der Mignatta 1935 mit der Entwicklung des <a href="Siluro_a_Lenta_Corsa" title="Siluro a Lenta Corsa">SLC-Torpedos</a> begannen. Die Einführung von <a href="Drucklufttauchger%C3%A4t" title="Drucklufttauchgerät">Drucklufttauchgeräten</a> (später <a href="Kreislauftauchger%C3%A4t" title="Kreislauftauchgerät">Kreislauftauchgeräten</a>) ermöglichte im Gegensatz zur Mignatta, die an der Wasseroberfläche blieb, längere Unterwassereinsätze von Torpedoreitern und auch von <a href="Kampfschwimmer" title="Kampfschwimmer">Kampfschwimmern</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Formationsgeschichte_bis_1943">Formationsgeschichte bis 1943</h2></div>
<p>Mit dem Anlaufen der SLC-Produktion in San Bartolomeo bei <a href="La_Spezia" title="La Spezia">La Spezia</a> wurde ein Ausbildungszentrum für Torpedoreiter aufgestellt. Gleichzeitig begann man 1935 bei der <a href="Italienische_Marineverb%C3%A4nde_im_Zweiten_Weltkrieg#U-Boot-Kommando" title="Italienische Marineverbände im Zweiten Weltkrieg">1. U-Boot-Gruppe</a> in <a href="Marinebasis_La_Spezia" title="Marinebasis La Spezia">La Spezia</a>, versuchsweise Taucher von <a href="U-Boot" title="U-Boot">U-Booten</a> abzusetzen. Die Taucher sollten Sprengladungen in feindliche Stützpunkte tragen und dort an Schiffen anbringen. Nach wenig ermutigenden Ergebnissen wurden diese Versuche und auch die Ausbildung von Torpedoreitern wieder eingestellt.
</p><p>Im September 1938 wurde in La Spezia unter <a href="Fregattenkapit%C3%A4n" title="Fregattenkapitän">Fregattenkapitän</a> <i>(Capitano di Fregata)</i> Paolo Aloisi die 1. MAS-Flottille gebildet, indem man drei dort bereits bestehende kleinere MAS-Einheiten zusammenfasste. Darüber hinaus erhielt die Flottille den Auftrag, Personal für Spezialeinsätze und Kleinkampfmittel auszubilden. Es entstand eine erste, rund 30 Mann starke Spezialeinheit. Technische Unterstützung erhielt sie vom SLC-Hersteller und von der Marineerprobungsstelle im benachbarten San Bartolomeo.
</p><p>Im Februar 1940 übernahm Fregattenkapitän Mario Giorgini die 1. MAS-Flottille. Giorgini geriet im September 1940 bei einem gescheiterten Angriffsversuch auf Alexandria in Gefangenschaft. Ihm folgte Fregattenkapitän Vittorio Moccagatta nach, der im Juli 1941 vor <a href="Malta" title="Malta">Malta</a> fiel. Unter Moccagatta war aus der Spezialeinheit der 1. MAS-Flottille die <i>Flottiglia Speciale</i> hervorgegangen, die wegen der auffälligen Bezeichnung auf seine Anregung hin im März 1941 in <i>10ª Flottiglia MAS</i> umbenannt wurde.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Angeblich nahm man dabei auf die von <a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Caesar</a> besonders geschätzte <a href="Legio_X_Gemina" title="Legio X Gemina">Legio X Gemina</a> Bezug.
</p><p>Im Frühjahr 1940 unterstand Moccagatta und seinem Stab im Marinearsenal La Spezia eine Überwassereinheit mit Sprengbooten, die am Westufer des <a href="Golf_von_La_Spezia" title="Golf von La Spezia">Golfes von La Spezia</a> im Paolo-Cottrau-Stützpunkt stationiert war, sowie eine Unterwassereinheit mit einer Taucherschule bei der <a href="Accademia_Navale" title="Accademia Navale">Accademia Navale</a> und einer Torpedoreiterschule an der Mündung des Flusses <a href="Serchio" title="Serchio">Serchio</a>.
</p><p>Von August 1941 bis Anfang Mai 1943 befehligte Fregattenkapitän Ernesto Forza die Flottille, danach dann Junio Valerio Borghese. Unter Forza wurde die Unterwassereinheit in der zweiten Hälfte des Jahres 1941 um eine Kampfschwimmereinheit mit dem Decknamen <i>Gamma</i> ausgebaut. Die Gamma-Kampfschwimmereinheit unter dem Kommando von Eugenio Wolk wurde ab 1942 auch von <a href="CB-Klasse" title="CB-Klasse">CB-Kleinst-U-Booten</a> unterstützt. Die Torpedoreiter nutzten für den Transport ihrer SLC hingegen einige größere U-Boote, die entsprechend modifiziert wurden: <i>Ametista, Iride, <a href="Adua-Klasse#Gondar" title="Adua-Klasse">Gondar</a>, <a href="Scir%C3%A8_(U-Boot%2C_1938)" title="Scirè (U-Boot, 1938)">Scirè</a></i> und <i>Ambra</i>. Das Boot <i><a href="Leonardo_da_Vinci_(U-Boot)" title="Leonardo da Vinci (U-Boot)">da Vinci</a></i> wurde für geplante und nie durchgeführte Angriffe auf <a href="Freetown" title="Freetown">Freetown</a> und <a href="New_York_City" title="New York City">New York City</a> umgebaut. Bei den Booten <i>Murena, Sparide, Grongo</i> und <i><a href="Adua-Klasse#Aradam" title="Adua-Klasse">Aradam</a></i> konnten die Arbeiten 1943 nicht mehr rechtzeitig abgeschlossen werden.
</p><p>Anfang September 1942 kam der Stab der Flottille und die Kommandostellen der Über- und Unterwassereinheiten sowie unterstützende Dienststellen auf einem ehemaligen Wasserflugplatz bei Muggiano am Ostufer des Golfes von La Spezia unter. Ganz in der Nähe befand sich die Marineerprobungsstelle San Bartolomeo und Anlagen des Rüstungsbetriebs <a href="Oto_Melara" title="Oto Melara">Odero Terni Orlando</a>. Der Wasserflugplatz mit seinen Hangars, Kaianlagen, Rampen und Kranen wurde Hauptstützpunkt der Flottille. Die Taucherschule in Livorno und die Torpedoreiterschule an der Serchio-Mündung blieben bestehen. Daneben richtete man je nach Bedarf vorgeschobene Stützpunkte ein, unter anderem in <a href="Brindisi" title="Brindisi">Brindisi</a>, <a href="Augusta_(Sizilien)" title="Augusta (Sizilien)">Augusta</a>, <a href="Leros" title="Leros">Leros</a>, <a href="Foros" title="Foros">Foros</a>, <a href="Amalfi" title="Amalfi">Amalfi</a> und <a href="Carloforte" title="Carloforte">Carloforte</a>.
</p><p>Bis zum 6. Februar 1942 unterstand die <i>Decima MAS</i> dem Admiralstab unmittelbar, danach zusammen mit dem <a href="Brigata_marina_%E2%80%9CSan_Marco%E2%80%9D" title="Brigata marina “San Marco”">San-Marco-Regiment</a> einem neuen MAS-Generalinspektorat in <a href="Lerici" title="Lerici">Lerici</a> bei La Spezia.
</p><p>Diese Organisation blieb bis zum 8. September 1943 im Wesentlichen unverändert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einsatzgeschichte_bis_1943">Einsatzgeschichte bis 1943</h2></div>
<p>Die nachstehende Aufzählung ist nicht ganz vollständig, eine Reihe kleinerer, meist ergebnisloser Einsätze wurde nicht berücksichtigt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>22. August 1940: Auf dem Weg zu einem Angriff (Operation G.A.1) auf den britischen Flottenstützpunkt <a href="Alexandria" title="Alexandria">Alexandria</a> wurden das U-Boot <i>Iride</i> und das Versorgungsschiff <i>Monte Gargano</i> vor <a href="Tobruk" title="Tobruk">Tobruk</a> von britischen Torpedobombern vom Typ <a href="Fairey_Swordfish" title="Fairey Swordfish">Fairey Swordfish</a> versenkt. An Bord der <i>Iride</i> befanden sich vier SLC mit zehn Torpedoreitern (fünf Zwei-Mann-Teams, davon eines in Reserve). Es gab Überlebende.</li>
<li>21. September 1940: Das U-Boot <i>Gondar</i> lief aus La Spezia zu einem zweiten Angriff auf Alexandria aus (G.A.2). An Bord hatte es drei SLC mit vier Teams, davon eines wie üblich in Reserve. <i>Gondar</i> erreichte Alexandria am 30. September, wurde dort aber von britischen und australischen Zerstörern entdeckt, angegriffen und schwer beschädigt zum Auftauchen gezwungen. Die Besatzung versenkte das Boot selbst, um die Spezialausrüstung nicht in feindliche Hände fallen zu lassen. Neben Fregattenkapitän Giorgini kam auch Elios Toschi, einer der Entwickler des SLC, in Kriegsgefangenschaft.</li>
<li>24. September 1940: Das U-Boot <i>Scirè</i> lief unter Borghese aus La Spezia zu einem Angriff auf den Flottenstützpunkt <a href="Gibraltar" title="Gibraltar">Gibraltar</a> aus (B.G.1). An Bord befanden sich drei SLC mit vier Teams. Die Operation wurde abgebrochen, weil der britische Flottenverband Gibraltar verlassen hatte.</li>
<li>21. Oktober 1940: <i>Scirè</i> lief unter Borghese mit drei SLC und vier Teams aus La Spezia aus, um Gibraltar erneut anzugreifen (B.G.2). Am 30. Oktober drangen drei Teams in den Hafen ein. <a href="Luigi_Durand_de_la_Penne" title="Luigi Durand de la Penne">Luigi Durand de la Penne</a> und Emilio Bianchi wurden entdeckt und tauchten ab, wobei ihr SLC beschädigt wurde und aufgegeben werden musste. Den beiden Torpedoreitern gelang über Spanien die Rückkehr nach Italien. Teseo Tesei und Alcide Pedretti brachen wegen Problemen an den Tauchgeräten ihren Einsatz ebenfalls ab und schlugen denselben Rückweg ein. <a href="Gino_Birindelli" title="Gino Birindelli">Gino Birindelli</a> und Damos Paccagnini setzten trotz ähnlicher Probleme ihren Einsatz fort und kamen nach der Überwindung von Torpedonetzen bis auf 70 Meter an das Schlachtschiff <i><a href="Barham_(Schiff%2C_1915)" title="Barham (Schiff, 1915)">Barham</a></i> heran, bis auch ihr SLC ausfiel und Paccagnini wegen Sauerstoffproblemen auftauchen musste. Birindelli versuchte, den Sprengsatz allein bis zur <i>Barham</i> zu ziehen, musste aber entkräftet aufgeben. Die folgende Explosion richtete keinen nennenswerten Schäden an. Birindelli und Paccagnini gerieten in Gefangenschaft.</li>
<li>25. März 1941: Die beiden Zerstörer <i>Crispi</i> und <i>Sella</i> liefen aus Leros in Richtung <a href="Kreta" title="Kreta">Kreta</a> aus. Etwa zehn Seemeilen vor der <a href="Souda" title="Souda">Suda-Bucht</a>, einem Marinestützpunkt, setzten sie jeweils drei MT-Sprengboote aus, an deren Bug sich ein 300-Kilogramm-Sprengsatz befand. Die sechs Boote unter dem Kommando von <a href="Luigi_Faggioni" title="Luigi Faggioni">Luigi Faggioni</a> überwanden nachts die Hafensperren und griffen in den frühen Morgenstunden an, wobei die Besatzungen kurz vor dem Ziel von ihren Booten sprangen. Der schwere britische Kreuzer <i><a href="York_(Schiff%2C_1930)" title="York (Schiff, 1930)">York</a></i> und der norwegische Tanker <i>Pericles</i> gingen auf Grund. Die sechs italienischen Angreifer wurden gefangen genommen.</li>
<li>25. Mai 1941: <i>Scirè</i> versuchte mit drei SLC einen erneuten Angriff auf Gibraltar (B.G.3). Die Ziele, der Flugzeugträger <i><a href="Ark_Royal_(Schiff%2C_1938)" title="Ark Royal (Schiff, 1938)">Ark Royal</a></i>, der Schlachtkreuzer <i><a href="Renown_(Schiff%2C_1916)" title="Renown (Schiff, 1916)">Renown</a></i> und der Kreuzer <i><a href="Sheffield_(Schiff%2C_1937)" title="Sheffield (Schiff, 1937)">Sheffield</a></i>, hatten den Hafen jedoch verlassen, um im Atlantik Jagd auf das deutsche Schlachtschiff <i><a href="Bismarck_(Schiff%2C_1940)" title="Bismarck (Schiff, 1940)">Bismarck</a></i> zu machen. Ein Angriff auf einen Frachter scheiterte wieder wegen technischer Probleme an den SLC. Die Torpedoreiter kehrten über Spanien zurück.</li>
<li>26. Juni 1941: Ein kombinierter Über- und Unterwasserangriff auf <a href="Malta" title="Malta">Malta</a> wurde wegen schlechten Wetters verschoben.</li>
<li>26. Juli 1941: Beim folgenden Einsatz gegen Malta <i>(<a href="Operazione_Malta_Due" title="Operazione Malta Due">Operazione Malta Due</a>)</i> verfügten die aus <a href="Augusta_(Sizilien)" title="Augusta (Sizilien)">Augusta (Sizilien)</a> kommenden italienischen Angreifer über den <a href="Versorgungsschiff#Tender" title="Versorgungsschiff">Tender</a> <i>Diana</i>, zwei MAS-Boote, neun MT-Sprengboote, zwei SLC und zwei Unterstützungsboote der Typen MTL und MTS. Dem Angriffsplan zufolge sollte ein SLC die Hafensperre vor dem <a href="Grand_Harbour" title="Grand Harbour">Grand Harbour</a> sprengen und damit den Sprengbooten das Eindringen in den Hafen ermöglichen. Da die <i>Diana</i> vom britischen <a href="Radar" title="Radar">Radar</a> entdeckt worden war, versetzte man die Verteidiger in Alarmbereitschaft. Im weiteren Verlauf führte eine Verkettung verschiedener unglücklicher Umstände zu einem völligen, verlustreichen Fehlschlag. Unter den Gefallenen befanden sich der Kommandeur der <i>Decima MAS</i>, Vittorio Moccagatta, sein Stellvertreter, Giorgio Giobbe, der Stabsarzt der Flottille, Bruno Falcomatà, und Teseo Tesei, einer der Mitentwickler der SLC.</li>
<li>10. September 1941: <i>Scirè</i> verließ La Spezia mit drei SLC in Richtung Gibraltar. Im spanischen <a href="C%C3%A1diz" title="Cádiz">Cádiz</a> wurden die Torpedoreiter aufgenommen, die am 20. September in Gibraltar den Tanker <i>Fiona Shell</i> versenkten sowie den Tanker <i>Denbydale</i> und den Frachter <i>Durham</i> beschädigten. Die drei Teams kehrten wiederum über Spanien nach Italien zurück.</li>
<li>3. Dezember 1941: Unter dem Kommando von Borghese verließ <i>Scirè</i> La Spezia zu einem erfolgreichen <a href="Angriff_auf_Alexandria_(1941)" title="Angriff auf Alexandria (1941)">Angriff auf Alexandria</a> (G.A.3). Die von Luigi Durand de la Penne angeführten Torpedoreiter wurden in Leros aufgenommen. In der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember 1941 gelangen die Angriffe auf die britischen Schlachtschiffe <i><a href="Valiant_(Schiff%2C_1916)" title="Valiant (Schiff, 1916)">Valiant</a></i> und <i><a href="Queen_Elizabeth_(Schiff%2C_1915)" title="Queen Elizabeth (Schiff, 1915)">Queen Elizabeth</a></i>, auf den Zerstörer <i><a href="Jervis_(Schiff)" title="Jervis (Schiff)">Jervis</a></i> und auf den norwegischen Tanker <i>Sagona</i>. Alle sechs Torpedoreiter gerieten in Gefangenschaft.</li>
<li>29. April 1942: Das U-Boot <i>Ambra</i> lief aus La Spezia mit drei SLC in Richtung Alexandria aus (G.A.4), die Torpedoreiter wurden in Leros aufgenommen. Wegen Navigationsfehlern und technischer Probleme schlug der Angriff fehl.</li>
<li>17. Mai 1942: Der aus Malta stammende <a href="Irredentismus" title="Irredentismus">Irredentist</a> Carmelo Borg Pisani wurde in der Nacht zum 18. Mai von Augusta mit dem MTSM 214 nach Malta gebracht, um die dort geplante Landung der <a href="Achsenm%C3%A4chte" title="Achsenmächte">Achsenmächte</a> vorzubereiten (<a href="Unternehmen_Herkules" title="Unternehmen Herkules">Unternehmen Herkules</a>/Operazione C.3). An der Mission waren das Torpedoboot <i><a href="Pilo-Klasse" title="Pilo-Klasse">Abba</a></i>, MAS 451 und 452 sowie MTSM 214 und 218 beteiligt. Borg Pisani, seit 1940 italienischer Staatsbürger, wurde entdeckt, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Er erhielt <a href="Postum" class="mw-redirect" title="Postum">postum</a> den höchsten italienischen Militärorden. Insgesamt waren vier Einsätze dieser Art auf Malta geplant, von denen zwei versucht wurden.</li>
<li>13. Juli 1942: Von dem im spanischen <a href="Algeciras" title="Algeciras">Algeciras</a> internierten italienischen Tanker <i>Olterra</i>, der als geheimer Stützpunkt diente, schwammen zwölf Gamma-Kampfschwimmer ins benachbarte Gibraltar und versenkten dort mit Haftminen die Dampfschiffe <i>Meta</i>, <i>Shuma</i> und <i>Baron Douglas</i> (G.G.1). Die <i>Empire Snipe</i> wurde beschädigt.</li>
<li>10. August 1942: Das U-Boot <i>Scirè</i> wurde bei einem Angriff auf <a href="Haifa" title="Haifa">Haifa</a> (S.L.1) versenkt. Keine Überlebenden unter der Besatzung und den Gamma-Kampfschwimmern.</li>
<li>29. August 1942: Vor dem ägyptischen El Daba torpedierte ein MTSM den Zerstörer <i><a href="Eridge_(Schiff)" title="Eridge (Schiff)">Eridge</a></i>, der noch nach Alexandria geschleppt werden konnte, dort als Totalverlust abgeschrieben wurde und dann als <a href="Wohnschiff" title="Wohnschiff">Wohnschiff</a> und Ersatzteillager diente.</li>
<li>15. September 1942: Gamma-Kampfschwimmer der <i>Olterra</i> versenkten in Gibraltar mit Haftminen den britischen Dampfer <i>Raven’s Point</i> (G.G.2).</li>
<li>4. Dezember 1942: Das U-Boot <i>Ambra</i> lief mit zwei SLC, Torpedoreitern und Kampfschwimmern aus La Spezia zu einem Angriff auf <a href="Algier" title="Algier">Algier</a> aus. Am 12. Dezember wurden mit Haftminen die Dampfer <i>Ocean Vanquisher</i>, <i>Berta</i> und <i>Harmattan</i> versenkt, der Tanker <i>Empire Centaur</i> und der Küstentransporter <i>N.59</i> beschädigt. Ein weiterer Angriff auf <a href="Annaba" title="Annaba">Bône</a> scheiterte.</li>
<li>17. Dezember 1942: Drei SLC mit sechs Torpedoreitern starteten von der <i>Olterra</i> aus zu einem Angriff auf das Schlachtschiff <i><a href="Nelson_(Schiff%2C_1927)" title="Nelson (Schiff, 1927)">Nelson</a></i> sowie auf die Flugzeugträger <i><a href="Formidable_(Schiff%2C_1940)" title="Formidable (Schiff, 1940)">Formidable</a></i> und <i><a href="Furious_(Schiff%2C_1917)" title="Furious (Schiff, 1917)">Furious</a></i>. Vor Gibraltar wurde ein SLC-Team von einem britischen Patrouillenboot mit einer <a href="Wasserbombe_(Kampfmittel)" title="Wasserbombe (Kampfmittel)">Wasserbombe</a> ausgeschaltet und ein Weiteres nach Beschuss gefangen genommen. Der dritte SLC kehrte mit nur einem Torpedoreiter zur <i>Olterra</i> zurück.</li>
<li>8. Mai 1943: Drei SLC-Teams verließen die <i>Olterra</i> in Richtung Gibraltar, wo sie die Frachter <i>Pat Harrison</i> und <i>Mahsud</i> beschädigten und den Frachter <i>Camerata</i> versenkten. Die Rückkehr erfolgte ohne Verluste.</li>
<li>30. Juni 1943: Nachdem er sich in der <a href="T%C3%BCrkei" title="Türkei">Türkei</a> als italienischer <a href="Konsularbeamter" title="Konsularbeamter">Konsularbeamter</a> (und <a href="Nichtschwimmer" class="mw-redirect" title="Nichtschwimmer">Nichtschwimmer</a>) ausgegeben hatte, versenkte der Gamma-Kampfschwimmer Luigi Ferraro vor <a href="%C4%B0skenderun" title="İskenderun">İskenderun</a> (Alexandretta) den Frachter <i>Orion</i>. Weitere Aktionen betrafen in <a href="Mersin" title="Mersin">Mersin</a> die Dampfer <i>Kaituna</i> (9. Juli) und <i>Sicilian Pride</i> (30. Juli) sowie in İskenderun den Frachter <i>Fernplant</i> (1. August). Grund für die Angriffe in neutralen Gewässern war der <a href="Chromit" title="Chromit">Chromit</a>-Handel zwischen der Türkei und den Alliierten. Ferraro wurde nach den Aktionen von seinem Konsulat aus „gesundheitlichen Gründen“ nach Italien zurückversetzt.</li>
<li>3. August 1943: Von der <i>Olterra</i> aus starteten drei SLC-Teams zu einem Angriff auf Gibraltar und versenkten dort den Tanker <i>Thorshövdi</i>. Beschädigt wurden die Frachter <i>Harrison Gray Otis</i> und <i>Stanridge</i>. Bis auf einen kehrten alle Torpedoreiter zur <i>Olterra</i> zurück.</li></ul>
<p>Für die Einsätze zwischen dem 10. Juni 1940 und dem 8. September 1943 wurde der <i>Xª Flottiglia MAS</i> eine goldene <a href="Tapferkeitsmedaille_(Italien)" class="mw-redirect" title="Tapferkeitsmedaille (Italien)">Tapferkeitsmedaille</a> verliehen, 31 Soldaten der Flottille erhielten sie ebenfalls, in etlichen Fällen postum.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auf deutschen Wunsch wurden im Frühjahr 1942 zunächst vier MAS-Boote, sechs <a href="CB-Klasse" title="CB-Klasse">CB-Kleinst-U-Boote</a>, fünf Sprengboote und fünf andere Boote über Land von La Spezia nach <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> und von dort über die <a href="Donau" title="Donau">Donau</a> ins <a href="Schwarzes_Meer" title="Schwarzes Meer">Schwarze Meer</a> nach <a href="Jalta" title="Jalta">Jalta</a> und <a href="Feodossija" title="Feodossija">Feodossija</a> verlegt, um den Angriff auf <a href="Sewastopol" title="Sewastopol">Sewastopol</a> zu unterstützen. Die Einheiten bildeten dort unter <a href="Francesco_Mimbelli" title="Francesco Mimbelli">Francesco Mimbelli</a> die 101. Flottille, die als abgesetzte Einheit der 10. Flottille betrachtet wurde.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die 101. Flottille versenkte den Frachter <i>Abchasija</i>, die U-Boote SC208 (S32), SC214 (SHCH306), SC207 und das Motortorpedoboot TKA-092 sowie einige Frachtkähne und Transportboote. Zerstört wurde der U-Boot-Jäger <i>SKA-021</i>. Beschädigt wurden der Frachter <i>Fabritius</i>, der Kreuzer <i>Molotow</i> und der Zerstörer <i>Kharkow</i>.
</p><p>Am 9. September 1942 wurden bei einem schweren sowjetischen Luftangriff auf den Hafen von Jalta zwei MAS-Boote versenkt und drei weitere schwer beschädigt. Die Besatzungen der MAS-Boote kehrten im Mai 1943 nach Italien zurück, die verbliebenen Boote wurden der deutschen <a href="Kriegsmarine" title="Kriegsmarine">Kriegsmarine</a> überlassen. Von den sechs CB-Kleinst-U-Booten wurde eines im Hafen von Jalta versenkt, die Übrigen im September 1943 in <a href="Constan%C8%9Ba" title="Constanța">Konstanza</a> aufgelegt, wo sie erst in rumänische und dann sowjetische Hände fielen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="1943_bis_1945">1943 bis 1945</h2></div>
<p>Nach Bekanntgabe des Waffenstillstandes von Cassibile am 8. September 1943 blieb der Stab der <i>Xª MAS</i> mit einigen nachgeordneten Stellen und Einheiten in La Spezia und wartete vergeblich auf Befehle aus Rom. Borghese befahl, die Einrichtungen der Flottille notfalls mit Waffengewalt zu verteidigen, während deutsche Truppen den Großteil der italienischen Streitkräfte entwaffneten (<a href="Fall_Achse" title="Fall Achse">Fall Achse</a>) oder diese sich auflösten. Am 9. September teilte Borghese seinen Offizieren mit, er wolle den Krieg auf deutscher Seite fortsetzen. Am 11. September stellte er es seinen Soldaten frei, mit der Flottille gegen die Alliierten weiterzukämpfen oder den Verband zu verlassen.
</p><p>Borghese schloss mit deutschen Stellen ein Abkommen, dass der <i>Xª MAS</i> unter deutschem Oberbefehl eine weitgehende <a href="Autonomie" title="Autonomie">Autonomie</a> zugestand. Im Lauf der folgenden Monate entstand aus der ehemals kleinen Spezialeinheit ein rund 18.000 Mann starker <a href="Gro%C3%9Fverband" title="Großverband">Großverband</a>, der fast ausschließlich an Land operierte. Er bestand aus 14 <a href="Infanterie" title="Infanterie">Infanteriebataillonen</a>, drei <a href="Artillerie" title="Artillerie">Artillerieabteilungen</a>, einem <a href="Pionier_(Milit%C3%A4r)" title="Pionier (Militär)">Pionierbataillon</a> und etlichen kleineren Unterstützungseinheiten. Hinzu kamen die verbliebenen Spezialkräfte, deren Über- und Unterwassereinheiten in La Spezia und <a href="Genua" title="Genua">Genua</a> stationiert wurden. In <a href="Valdagno" title="Valdagno">Valdagno</a> und auf der Insel <a href="San_Giorgio_in_Alga" title="San Giorgio in Alga">San Giorgio in Alga</a> bei Venedig wurden deutsche <a href="Kampfschwimmer_(Kriegsmarine)" title="Kampfschwimmer (Kriegsmarine)">Kampfschwimmer</a> ausgebildet.
</p><p>Die so strukturierte <i>Xª MAS</i> wurde nie geschlossen eingesetzt. Teile des Verbandes kämpften bei <a href="Anzio" title="Anzio">Anzio</a> und in der <a href="Gotenstellung" title="Gotenstellung">Gotenstellung</a> gegen die Alliierten und in <a href="Julisch_Venetien" title="Julisch Venetien">Julisch Venetien</a> gegen <a href="Josip_Broz_Tito" title="Josip Broz Tito">Titos</a> <a href="Volksbefreiungsarmee_(Jugoslawien)" title="Volksbefreiungsarmee (Jugoslawien)">Volksbefreiungsarmee</a>. In Norditalien terrorisierten Einheiten und Soldaten der Flottille, in der Regel zusammen mit Angehörigen der Wehrmacht und der <a href="Schutzstaffel" title="Schutzstaffel">SS</a>, Zivilisten oder ganze Dörfer, die man verdächtigte, Partisanen zu unterstützen. Wegen ihres besonderen Status und ihrer vorgegebenen apolitischen und nur nationalistischen Haltung entwickelte sich die <i>Xª MAS</i> in der faschistischen <a href="Italienische_Sozialrepublik" title="Italienische Sozialrepublik">Italienischen Sozialrepublik</a> schnell zu einer Art Staat im Staate. Mussolini ließ Borghese am 14. Januar 1944 sogar festnehmen, weil er ihm politisch zu gefährlich wurde. Borghese wurde auf deutschen Druck hin und wegen einer drohenden Intervention der Flottille freigelassen. Als Teil der Marine der Italienischen Sozialrepublik wurde die <i>Xª MAS</i> am 26. April 1945 mit einem <a href="Appell_(Milit%C3%A4r)" title="Appell (Militär)">Truppenappell</a> in <a href="Mailand" title="Mailand">Mailand</a> von Borghese offiziell aufgelöst. Etliche im Feld stehende Verbände kapitulierten in den folgenden Tagen.
</p><p>Im <a href="K%C3%B6nigreich_Italien_(1861%E2%80%931946)" title="Königreich Italien (1861–1946)">Königreich Italien</a>, das unter alliiertem Schutz in Süditalien fortbestand, bildete die italienische Marine unter dem ehemaligen Kommandeur der <i>Xª MAS</i>, Ernesto Forza, eine neue Spezialeinheit mit der Bezeichnung <i>Comando mezzi d’assalto</i>, kurz <i>Mariassalto</i>. Im Frühjahr 1944 wurden etliche Kriegsgefangene der früheren <i>Xª MAS</i> entlassen, sofern sie sich bereiterklärten, auf alliierter Seite an der Befreiung Italiens teilzunehmen. Neben einer Reihe kleinerer Einsätze zur Unterstützung von Partisanen in Norditalien wurden zwei größere Operationen durchgeführt: Am 21. Juni 1944 griffen britische und italienische Torpedoreiter (<a href="Chariot_(bemannter_Torpedo)" title="Chariot (bemannter Torpedo)">Chariot</a>) und Kampfschwimmer im Hafen von La Spezia die Kreuzer <i><a href="Trento-Klasse" title="Trento-Klasse">Bolzano</a></i> und <i><a href="Zara-Klasse_(1931)" title="Zara-Klasse (1931)">Gorizia</a></i> an, weil man vermutete, dass sie die Deutschen in der Hafeneinfahrt als Sperre versenken wollten. Die <i>Bolzano</i> wurde bei dem Angriff versenkt, die <i>Gorizia</i> beschädigt. Die zweite Operation betraf den fast fertiggestellten italienischen Flugzeugträger <i><a href="Roma_(Schiff%2C_1926)" title="Roma (Schiff, 1926)">Aquila</a></i> in Genua, der dort auf Grund gesetzt wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Jack Greene, Alessandro Massignani: <i>The Black Prince and the Sea Devils. The Story of Valerio Borghese and the Elite Units of the Decima MAS.</i> Da Capo Press, Cambridge MA 2004, ISBN 0-306-81311-4.</li>
<li>Jack Greene, Alessandro Massignani: <i>The Naval War in the Mediterranean, 1940–1943.</i> Chatham u. a., London u. a. 1998, ISBN 1-86176-057-4.</li>
<li><a href="J%C3%BCrgen_Rohwer" title="Jürgen Rohwer">Jürgen Rohwer</a>: <i>Chronology of the War at Sea, 1939–1945. The Naval History of World War II.</i> 3rd revised edition. Naval Institute Press, Annapolis MD 2005, ISBN 1-59114-119-2.</li>
<li>James J. Sadkovich: <i>The Italian Navy in World War II</i> (= <i>Contributions in Military Studies.</i> 149). Greenwood Press, Westport CT u. a. 1994, ISBN 0-313-28797-X.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verfilmungen">Verfilmungen</h2></div>
<ul><li>1953: <a href="Die_Sieben_vom_Gro%C3%9Fen_B%C3%A4ren" title="Die Sieben vom Großen Bären">Die Sieben vom Großen Bären</a> <i>(I sette dell’Orsa maggiore)</i></li>
<li>1954: <a href="Torpedom%C3%A4nner_greifen_an" title="Torpedomänner greifen an">Torpedomänner greifen an</a> <i>(Siluri umani)</i></li>
<li>1958: <a href="Froschmann_Crabb" title="Froschmann Crabb">Froschmann Crabb</a> <i>(The Silent Enemy)</i></li>
<li>1962: <a href="Alarm_auf_der_Valiant" title="Alarm auf der Valiant">Alarm auf der Valiant</a> <i>(The Valiant)</i></li>
<li>1969: <i>Alexandria – zwei Männer gegen ein Schlachtschiff</i>, Episode 16 der <a href="Dokumentarfilm" title="Dokumentarfilm">Dokumentarreihe</a> <i><a href="Spione%2C_Agenten%2C_Soldaten_%E2%80%93_Geheime_Kommandos_im_Zweiten_Weltkrieg" title="Spione, Agenten, Soldaten – Geheime Kommandos im Zweiten Weltkrieg">Spione, Agenten, Soldaten – Geheime Kommandos im Zweiten Weltkrieg</a></i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Decima_Flottiglia_MAS?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Decima Flottiglia MAS</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.com.gt/books?id=OdESQ7-56wwC&printsec=frontcover&dq=black+prince+sea+devils&hl=es&sa=X&ei=ZjMDVf2aIMGcgwTP0YDICA&ved=0CBwQ6AEwAA#v=onepage&q=black%20prince%20sea%20devils&f=false">Jack Greene, Alessandro Massignani: <i>The Black Prince and the Sea Devils</i> auf Google Books</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.marina.difesa.it/uominimezzi/corpispeciali/subinc/Pagine/comsubin.aspx">Offizielle Comsubin-Webseiten</a> (Geschichte unter GOI/GOS; italienisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.regiamarina.net/detail_text.asp?nid=26&lid=1&cid=1">Darstellung auf regiamarina.it</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.icsm.it/regiamarina/carmezaseng.htm">Technische Details der italienischen Kleinkampfmittel auf icsm.it</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.anaim.it/decima/index.htm">Darstellung auf den Webseiten der italienischen Kampfschwimmervereinigung</a> (italienisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Maritime_Kleinkampfverb%C3%A4nde_im_Zweiten_Weltkrieg" title="Maritime Kleinkampfverbände im Zweiten Weltkrieg">Maritime Kleinkampfverbände im Zweiten Weltkrieg</a></li>
<li><a href="Italienische_Marinegeschichte" title="Italienische Marinegeschichte">Italienische Marinegeschichte</a></li>
<li><a href="Kampfschwimmer_(Kriegsmarine)" title="Kampfschwimmer (Kriegsmarine)">Kampfschwimmer (Kriegsmarine)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fußnoten"><span id="Fu.C3.9Fnoten"></span>Fußnoten</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">In Moccagattas Schreiben an Admiral De Courten vom 10. März 1941 wurden arabische Ziffern verwendet. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle MAS-Flottillen arabische Zahlen. Zu <i>Xª MAS</i> ging man erst später über, insbesondere in der RSI. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.anaim.it/decima/organizzazione/index.htm">Originaldokument auf anaim.it</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.anaim.it/decima/operazioni/index.htm">Einsatzliste auf anaim.it</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.marina.difesa.it/storiacultura/storia/medaglie/Pagine/decimamas.aspx">Soldaten der Flottille (bis 8. September 1943), die mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurden, marina.difesa.it</a></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Das direkt von der 10. Flottille entsandte Personal unterstand Korvettenkapitän <a href="Salvatore_Todaro" title="Salvatore Todaro">Salvatore Todaro</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.regiamarina.net/detail_text.asp?nid=34&lid=1">Details auf regiamarina.net</a> (englisch)</span>
</li>
</ol>
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<div class="klappleiste-kopf"><a href="Kleinkampfmittel" title="Kleinkampfmittel">Kleinkampfmittel</a> der <a href="Marina_Militare" title="Marina Militare">italienischen Marine</a> 1915–1945</div>
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<div class="centered" style="display: table">
<p><b><a href="Sprengboot" title="Sprengboot">Sprengboote</a>:</b>
<a href="Sprengboot_Revel" title="Sprengboot Revel">Revel</a> |
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</p><p><b><a href="Schnellboot" title="Schnellboot">Schnellboote</a>:</b>
<a href="Motoscafo_Armato_Silurante" title="Motoscafo Armato Silurante">MAS</a> |
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<a href="Motoscafo_Turismo_Lento" title="Motoscafo Turismo Lento">MTL</a>
</p><p><b><a href="Kleinst-U-Boot" title="Kleinst-U-Boot">Kleinst-U-Boote</a>:</b>
<a href="A-Klasse_(1915)" title="A-Klasse (1915)">A-Klasse</a> |
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<a href="CB-Klasse" title="CB-Klasse">CB-Klasse</a> |
<a href="CC-Klasse" title="CC-Klasse">CC-Klasse</a> |
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<a href="CM-Klasse" title="CM-Klasse">CM-Klasse</a>
</p><p><b><a href="Bemannter_Torpedo" title="Bemannter Torpedo">Bemannte Torpedos</a>:</b>
<a href="Mignatta" title="Mignatta">Mignatta</a> |
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<a href="Siluro_San_Bartolomeo" title="Siluro San Bartolomeo">Siluro San Bartolomeo</a>
</p><p><b><a href="Kampfschwimmer" title="Kampfschwimmer">Kampfschwimmer</a>:</b>
<a class="mw-selflink selflink">Decima Flottiglia MAS</a>
</p>
</div>
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